Sämtliche Wetterberichte sagen für heute nach anfänglich restlichen Regenschauern bis zum Mittag recht sonniges Wetter voraus. Wir nutzen die Chance für eine lang geplante Wanderung in den Churfirsten.

Wir fahren früh morgens ins Toggenburg. Bei den Schwendiseen oberhalb von Alt St. Johann gibt es einen kleinen (gebührenpflichtigen) Parkplatz. So sparen wir uns ein paar hundert Höhenmeter auf den 2300 m hohen Hinterrugg.

Vor dem Start aber zunächst noch ein Frühstück im geheizten Auto, weil es noch regnet und sehr kühl ist. Gestärkt starten wir auf 1160 Metern und gehen zunächst zum Iltios auf 1350 Meter. Der Iltios ist ein Bergrestaurant an der Bergstation der Drahtseilbahn Unterwasser – Iltios und zugleich die Talstation der Luftseilbahn Iltios – Chäserrugg.

Der Regen hat etwas nachgelassen, wir packen unsere Regenjacken wieder weg. Fernsicht nach oben zu den Churfirsten oder zum gegenüberliegenden Alpstein haben wir keine. Noch ist alles wolkenverhangen.

Der Weg verläuft durch nichtbesetzte Weiden und durch ein Waldstück. In dem Waldstück sehen wir oberhalb unseres Weges eine Gemse. Kira beobachtet, erkennt aber sofort, dass es keinen Sinn macht zu einer „Jagd“ aufzubrechen.

Auf der Alp Gluris auf 1694 Meter treffen wir dann auf die ersten Kühe. Sie mustern uns eher verwundert, wer sich bei diesem Wetter denn hier nach oben traut. Denn zwischenzeitlich hat der Regen wieder eingesetzt. Die kurzzeitigen Blicke auf die Churfirsten werden immer rarer.

Für den Aufstieg haben wir die „sportliche Variante“ gewählt. Das bedeutet, dass wir nicht den Weg durch das Gluristal gehen sondern steil über Oberruestel und den schmalen Sattel gehen. Der Sattel ist auch das einzige Teilstück, dass etwas schwieriger (im Vergleich zum restlichen Wegverlauf gesehen) verläuft.

Nachdem wir den Sattel überwunden haben können wir von der Schäferhütte einen Blick ins Glurital zur einen Seite und in die Chammere (das Tal zwischen Chäserrugg und Hinterrugg) auf der anderen Seite genießen. Nach oben ist der Blick noch schlechter als zuvor. Wir befinden uns zwischenzeitlich mitten in den dicken Wolken und werden von sehr starkem Wind und starkem Niederschlag innerhalb der Wolke auf Wettertauglichkeit getestet. Zudem sinkt die Temperatur immer weiter nach unten je weiter wir nach oben kommen.

Tapfer gehen wir den anfangs steilen, später abflachenden und breiteren Bergrücken zum Hinterrugg empor. Trotz der widrigen Witterungsverhältnisse erreichen wir den Gipfel dann aber auf diesem direkten und ungefährlichen Weg recht zügig. Kira freut sich kurz vor dem Gipfel über ein Restschneefeld.

Hinterrugg. 2306 Meter. Kein Gipfelkreuz, nur eine Wandertafel. Ziel nach etwas mehr als 1150 Meter nach oben erreicht. Keine Wettervorhersage hat bis jetzt Recht behalten. Wir stehen in einer Wolke. Einer dicken Wolke. Sie lässt uns hier oben nur ein paar Meter weit sehen. Es ist nass. Wir sind nass. Richtig nass. Das Wasser ist mit Hilfe des sehr starken Windes durch jede noch so kleine Ritze gedrungen. Unsere Füße stehen in den Schuhen fast knöchelhoch im Wasser. Und kalt ist es. Das merken wir seitdem wir kurz auf dem Gipfel angehalten haben. Die Kälte fühlt sich noch kälter im Wind mit nasser Kleidung an.

Wir gehen weiter. Ein kleines Stück nach unten, dann wieder kurz nach oben und wir stehen auf dem Chäserrugg. Im Gegensatz zu den anderen Churfirsten sind die beiden Hinterrugg und Chäserrugg auf Gipfelhöhe nahezu zusammengewachsen. Das Gipfelrestaurant erkennen wir aufgrund des dichten Nebels erst als wir schon fast gegen das Gebäude laufen 😉

Als wir von den Angestellten im Inneren gesehen werden bitten Sie uns hinein. Diese Einladung trotz unserer klitschnassen Kleidung nehmen wir gerne an. Trotz Umkleiden in neue, trockene Kleidung wird uns auch mit Suppe und Tee nach 1,5 Stunden nicht mehr warm. Zu sehr ist die Kälte in den Körper eingedrungen.

Es wäre zu gefährlich und unverantwortlich mit aller Gewalt weiterzugehen und die Möglichkeit einer Abfahrt mit der Luftseilbahn auszuschlagen. Deshalb brechen wir unsere Runde an dieser Stelle ab und fahren mit der Bahn wieder zurück zur Station Iltios. Von dort gehen wir zurück zum Auto mit der Drohung an den Berg, dass wir wieder kommen werden um uns die heute verwehrte Aussicht abzuholen.

Unser Kurzurlaub ist an dieser Stelle aber noch nicht zu Ende. Wir ziehen nur weiter. Zu einem Wasserfall, zu einem Schlafplatz und zu einer weiteren Wanderung am nächsten Tag…

Gesamtstrecke: 12.29 km
Maximale Höhe: 2269 m
Minimale Höhe: 1105 m
Gesamtzeit: 06:18:51

1 Kommentar

Die Seerenbachfälle – KMG-Wanderungen · 18. Oktober 2021 um 21:04

[…] dem vorzeitigen Abbruch unserer Churfisten-Wanderung hatten wir noch ein wenig Zeit übrig. Wir umfuhren die Churfirsten über die westliche Seite und […]

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